
Stand: Januar 2026 – Der Vulkan Ätna auf Sizilien zeigt seit Ende Dezember 2025 wieder sichtbare Aktivität. Eine neue Spalte auf der Ostflanke hat in der Valle del Bove einen Lavafluss ausgelöst. Wissenschaftler des Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV) beobachten das Geschehen fortlaufend. Nach aktuellen Messungen besteht keine unmittelbare Gefahr für bewohnte Orte, und der touristische Betrieb in der Region bleibt weitgehend ungestört.
In der Silvesternacht zum 1. Januar 2026 registrierten Satelliten thermische Anomalien in der oberen Valle del Bove. Am Vormittag bestätigten Bilder die Entstehung eines neuen Lavaflusses unterhalb des Serracozzo-Grats. Die eruptive Spalte öffnete sich auf rund 2.100 m Höhe am Monte Simone, einem Kegel, der schon 1811–1812 eruptiv aktiv war.
Die Lava tritt langsam aus, fließt talwärts und bewegt sich zunächst ausschließlich in die unbewohnte Talzone. Die Effusionsrate ist moderat, die Lavafront entwickelt sich nur langsam. Diese Art von Eruption wird als effusiv bezeichnet – ohne explosionsartige Auswürfe oder größere Aschewolken.
31. Dezember 2025
Tremorwerte am Crater di Nord-Est lagen moderat zwischen 2800–3000 m.
Keine Hinweise auf Flankeneruptionen.
1. Januar 2026
00:00 Uhr: Satelliten registrieren Wärmeentwicklung, Lava beginnt zu fließen.
16:30 UTC: INGV meldet Aktivität in der Valle del Bove; Bocca Nuova zeigt geringe strombolianische Aktivität und Ascheemission.
Abend: Vorderste Lavafront bei ca. 1.580 m Höhe südlich von Rocca Musarra.
2. Januar 2026
Lavafront überlagert ältere Ströme, vordere Front bei 1.360 m, mittlere Fronten zwischen 1.600–1.700 m.
Tremor- und Bodenverformungswerte bleiben stabil.
3. Januar 2026
Vorderste Front stabil bei 1.360 m, mittlere Fronten zwischen 1.580–1.860 m.
Strombolianische Aktivität im Krater Voragine hält an, Ascheemissionen lokal begrenzt.
Lage innerhalb der Valle del Bove, keine akute Gefahr für Ortschaften.
Das INGV fasst die Situation zusammen:
Effusive Eruption: Lava fließt ruhig und kontinuierlich, explosive Aktivität minimal.
Lava bleibt im Tal: Natürliche Barrieren verhindern das Erreichen von Siedlungen.
Sicherheit für Ortschaften: Abstände zu Milo und Fornazzo betragen mehrere Kilometer.
Seismik stabil: Tremorwerte mittlerer Intensität, Bodenverformungen gering.
Boris Behncke vom INGV ergänzt:
Die Eruption begann überraschend, da der Tremor zuvor abgeklungen war.
Sichtbar wurde der Ausbruch erst am Abend des 1. Januar durch Webcams, weil der östliche Vulkanhang wolkenverhüllt war.
Aus der Ferne wirkt die Lava sehr nah an den Dörfern, die tatsächlichen Abstände sind jedoch sicher.
Besucher sollten beachten, dass Zugänge dynamisch an die vulkanische Aktivität angepasst werden. Bestimmte Bereiche, Routen oder Höhen können vorübergehend gesperrt oder nur unter bestimmten Bedingungen zugänglich sein, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Höhere Bereiche: Über etwa 2.500 m Höhe ist der Zugang häufig eingeschränkt oder nur mit autorisierten Führern möglich.
Kraterränder & aktive Lavafelder: Direkter Zugang ist generell verboten; Absperrungen oder Warnschilder kennzeichnen die Gefahrenzonen.
Geführte Touren: Touren mit lizenzierten Vulkan- oder Bergführern werden ausdrücklich empfohlen. Sie berücksichtigen aktuelle Sperrungen, sichere Aussichtspunkte und Änderungen durch die vulkanische Aktivität.
Der Flughafen Catania–Fontanarossa (CTA) bleibt aktuell in Betrieb. Es gab keine bestätigten Schließungen oder Flugausfälle.
Der Luftfahrt-Warncode Rot wurde aktiviert, da Vulkanasche Triebwerke theoretisch beeinträchtigen kann.
Start- und Landebahnen sind nutzbar, der Flugbetrieb läuft normal.
Kurzfristige Verspätungen oder Umleitungen können auftreten; Passagiere sollten den Flugstatus bei der Airline prüfen.
Um die aktuelle Situation zu prüfen, sollten Besucher offizielle Quellen nutzen:
Protezione Civile – Vulkanisches Risikomanagement: Warnstufen, Gefahrenzonen, Verhaltensempfehlungen.
rischi.protezionecivile.gov.it
INGV – Osservatorio Etneo: Lageberichte, Karten, Webcam-Feeds und tägliche Updates.
ct.ingv.it
INGV – Echtzeitüberwachung: Tremor, Erdbeben, Gasemissionen und weitere Messwerte.
ingv.it – Real Time Volcanoes
Lokale Gemeinden / Behörden: Hinweise zu Straßensperrungen, Parkverboten und Zugangsregelungen (z. B. Milo, Zafferana Etnea, Fornazzo).
guidevulcanologicheetna.it
Vor einer Exkursion stets aktuelle Warnungen prüfen.
Helme, stabiles Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung empfohlen.
Flexible Planung, da Sperren kurzfristig geändert werden können.
Die Eruption des Ätna Ende 2025 / Anfang 2026 verläuft bisher kontrolliert und lokal begrenzt. Wissenschaftliche Beobachtungen der INGV und Einschätzungen von Boris Behncke zeigen: Es besteht aktuell keine akute Gefahr für die Bevölkerung. Die Lava bleibt innerhalb der Valle del Bove, und touristische Aktivitäten sind weiterhin möglich, solange die Sicherheitshinweise eingehalten werden.