Kurz gesagt: Das Museo Civico dell Opera dei Pupi — Antica Famiglia Puglisi in Sortino ist der Nachlass eines Mannes, den Antonino Uccello den Fürsten der letzten Pupari des Syrakusanischen nannte. Wichtig: Es gibt keine regulären Öffnungszeiten — Besichtigung ausschließlich nach Terminvereinbarung unter 333 8921182. Einen Eintrittspreis nennt der Comune nicht. Und nicht verwechseln: Die Casa Museo in Sortino ist das Honigmuseum.
Quick-Facts
- Art: kommunales Museum, Nachlass-Sammlung eines Puparo, mit eigenem Teatrino
- Offizieller Name: Museo Civico dell Opera dei Pupi — Antica Famiglia Puglisi
- Adresse: Via Resistenza, Sortino (Provinz Syrakus) — Hausnummer widersprüchlich, siehe unten
- Träger: Comune di Sortino — kommunal, kein Assessorato-Haus
- Öffnung: keine regulären Zeiten — nur nach Terminvereinbarung
- Eintritt: nicht bekannt — der Comune nennt keinen; ob überhaupt einer erhoben wird, ist offen
- Sammlung: über 30 Pupi, das originale Teatrino, Manuskripte, Plakate, Kleider und Rüstungen
- Vorstellungen: jährliche Zyklen der Compagnia Puglisi — im Spiel laufen Kopien, nicht die Originale
- Nicht verwechseln: „Casa Museo“ in Sortino = Honigmuseum; Casa-Museo Uccello = Palazzolo Acreide
- Terminvereinbarung: +39 333 8921182
Warum sich der Besuch lohnt
Die Puglisi sind Pupari über fünf Generationen — eine Familie, die, wie es der Comune formuliert, die Opera dei Pupi hat entstehen, wachsen, untergehen und wieder auferstehen sehen. Heute führt Ignazio Manlio, ein Nachfahre, die Compagnia weiter.
Der Kern des Museums ist der Nachlass von Don Ignazio Puglisi, genannt il pastaro: geboren 1904 in Ragusa, gelernt beim Vater, mit 27 nach Sortino gekommen — wo er neben dem Puparo-Beruf Nudelmacher war. Antonino Uccello, der große Volkskundler Siziliens, nannte ihn den Fürsten der letzten Pupari des Syrakusanischen.
Eine Nuance, die das Haus interessant macht: Puglisi war weder Puppenbauer noch Plakatmaler. Er kaufte zusammen, was andere gebaut hatten — 1957 das gesamte Material von Ernesto Puzzo aus Syrakus, weitere Stücke aus Catania (Plakate und mindestens fünfzehn Köpfe) und aus Lentini von Cirino Speranza, darunter Erminio della Stella d Oro, der als schönster Pupo der Sammlung gilt. Er malte Szenarien und Köpfe, und er spielte. Diese Sammlung ist also selbst schon ein Stück Rettungsgeschichte: Sie versammelt, was aus drei erloschenen Werkstätten übrig blieb.
Als Kino und Fernsehen die Krise auslösten, zog er durch die Provinz Syrakus — Melilli, Priolo, Cassaro, Ferla, Avola —, dann zurück nach Sortino ins Cine Impero, sein letztes festes Lokal. Er spielte auch in Palermo und in den Latomie dei Cappuccini in Syrakus, dort mit einem eigens geschaffenen Stück über Damone und Pitia, syrakusanische Helden. Ein Zeitzeuge notierte: Allen Figuren lieh Don Ignazio seine Stimme, ohne dass ein Zuschauer je Orlando mit Rinaldo oder Carlo mit Gano hätte verwechseln können. Letzte Vorstellung 1982, gestorben 1986 mit 82 Jahren.
Der Besuch: nur nach Termin
Das ist die wichtigste praktische Information, und sie kommt vom Comune selbst: Besichtigungen nur nach Terminvereinbarung, Telefon 333 8921182. Es gibt keine regulären Öffnungszeiten.
Wir schreiben das so hin, weil es die Wahrheit ist. Andere Portale erfinden an dieser Stelle Zeiten wie „Di–So 9–13″ — die sind frei erfunden. Bei einem kommunalen Nachlassmuseum in einem 8.000-Einwohner-Ort in den Iblei ist eine Terminvereinbarung nicht Schikane, sondern der Normalfall.
Einen Eintrittspreis nennt der Comune nicht. Keine zulässige Quelle nennt einen — es ist nicht einmal belegt, ob überhaupt Eintritt erhoben wird. Auch das fragst du am besten bei der Terminvereinbarung.
Die Regeln der Regionalmuseen gelten hier nicht. Es ist ein kommunales Museum: Der Comune di Sortino erwarb die Sammlung Don Ignazio Puglisis 1990. Kein Assessorato, keine Region — also kein kostenloser erster Sonntag, keine Altersstaffel nach Regionalnorm. Was gilt, bestimmt die Gemeinde, und sie äußert sich dazu öffentlich nicht.
Für wen sich der Besuch eignet
| Kriterium | Gut geeignet | Einschränkungen |
|---|---|---|
| Wer die Pupi-Geschichte vertiefen will | ein geschlossener Nachlass aus drei erloschenen Werkstätten | nur nach Termin |
| Pantalica-Besucher | die Nekropole liegt in der Nähe — gut kombinierbar | Sortino ist kein Ort, an dem man zufällig vorbeikommt |
| Spontanreisende | — | ohne Anruf steht man vor verschlossener Tür |
| Wer Vorstellungen sucht | das Museum hat ein eigenes Teatrino | nur jährliche Zyklen, Termine nicht veröffentlicht |
| Wer die Originale in Aktion sehen will | — | im Spiel laufen Kopien, die Originale bleiben Sammlung |
| Familien | über 30 Pupi in Szenen, mit Musik und Lichtspielen | Termin nötig |
| Preisbewusste | — | Preis unbekannt — vorher erfragen |
Was du siehst
- Über dreißig Pupi, in Szenen aufgestellt — begleitet von Musik, Lichtspielen und Objekten aus anderer Zeit.
- Das originale Teatrino Don Ignazio Puglisis — nicht nur die Puppen, sondern seine Bühne.
- Manuskripte der Spieltexte, die gemalten Werbeplakate, Kleider und Rüstungen, Szenografien.
- Vor Ort: ein Kurator für Führungen und eine Puppenbauwerkstatt unter Meister Francesco Salonia, ausgebildet in der Schule von Salvatore Pulvirenti und Cardello — er fertigt auch Szenen, Plakate und Kostüme.
Zum Repertoire: Puglisi spielte die Storia dei Paladini di Francia nach Giusto Lodico, dazu Erminio della Stella d oro, Il figlio di Bradamante und andere Zyklen — und Heiligenleben: San Sebastiano, Santa Genoveffa, Santa Sofia. Jeder Abend endete mit einer improvisierten Farsa um die komische Figur Peppennino.
Die Vorstellungen
Das Museum hat ein eigenes Teatrino dei pupi siciliani, in dem jährlich die Rassegne der Compagnia Puglisi laufen — heute geführt von Ignazio Manlio. Ein neuer Zyklus debütierte unter anderem mit Damone e Pitia, dem Stück über die syrakusanischen Freundschaftshelden, das schon Don Ignazio eigens geschaffen hatte.
Ein wichtiger Punkt fürs Erwartungsmanagement: In den Vorstellungen laufen getreue Kopien — bis zu etwa 1,30 Meter hoch und teils über 30 Kilo schwer. Die Originale bleiben Sammlung. Bei einem Nachlassmuseum ist das die vernünftige Lösung, aber man sollte es vorher wissen.
Termine und Preise der Zyklen veröffentlicht niemand. Auch hier: erfragen.
Zur Einordnung der Puppen: Mit 1,30 Metern und über 30 Kilo gehören sie klar zur östlichen, schweren Bauart — vergleichbar den catanesischen Pupi (140–150 cm, 20–30 kg) und weit entfernt von den palermitanischen mit rund 80 Zentimetern und 6 bis 7 Kilo. Die UNESCO nennt genau diese beiden als die zwei sizilianischen Hauptschulen.
Drei Verwechslungen, die hier besonders leicht passieren
- „Casa Museo“ in Sortino ist das Honigmuseum. Die Casa Museo dell Apicoltura liegt im selben Ort — Sortino ist auch für seinen Honig bekannt. Das Pupi-Museum heißt Museo Civico dell Opera dei Pupi. Wer „Casa Museo Sortino“ sucht, landet beim Honig.
- Die Casa-Museo Antonino Uccello liegt nicht hier. Sie steht in Palazzolo Acreide — ein anderer Ort. Die Namensnähe führt regelmäßig in die Irre; ausgerechnet Uccello war es, der Puglisi den Fürsten der letzten Pupari nannte.
- Die Adresse ist unklar. Der Comune nennt Via Resistenza 14, eine andere Quelle Via Resistenza 53, wieder eine andere spricht vom ehemaligen Gefängnis, eine vierte vom ehemaligen Kloster San Francesco. Wir nennen deshalb nur Via Resistenza, Sortino — die Hausnummer klärst du am besten bei der Terminvereinbarung.
Anreise
Sortino liegt in den Iblei, im Hinterland der Provinz Syrakus. Es ist kein Ort, an dem man zufällig vorbeikommt — man fährt gezielt hin. Genau deshalb lohnt es, den Besuch zu kombinieren.
Zu Parken und Zufahrt gibt es keine Quelle. In einer Kleinstadt dieser Größe dürfte beides unproblematisch sein — behaupten wollen wir es aber nicht. Allgemein: Bus & Bahn auf Sizilien und Mietwagen auf Sizilien. Zu Barrierefreiheit, Fotografierregeln und einer Aufenthaltsdauer gibt es ebenfalls keine Angaben.
Ein Hinweis zur Quellenlage: Die Website des Comune war zeitweise nur über einen Spiegelserver erreichbar, und die Seite trägt kein Datum. Wie aktuell die Telefonnummer ist, lässt sich nicht sagen. Es kursiert zudem eine zweite Nummer (392 0779920) aus einer Sekundärquelle. Wenn die erste nicht funktioniert, lohnt der Anruf beim Comune.
Typische Fehler
- Ohne Termin hinfahren. Der Fehler schlechthin — es gibt keine regulären Öffnungszeiten.
- Das Honigmuseum ansteuern. Die „Casa Museo“ in Sortino ist ein anderes Haus.
- Die Casa-Museo Uccello hier suchen. Die steht in Palazzolo Acreide.
- Erwarten, dass die ausgestellten Puppen bespielt werden. Im Spiel laufen Kopien.
- Einen lebenden Spielbetrieb wie in Catania oder Acireale erwarten. Hier ist es primär eine kommunal übernommene Nachlass-Sammlung — plus jährliche Zyklen einer wieder aktiven Familie.
Eine saisonale Einordnung findest du unter Beste Reisezeit für Sizilien.
In der Nähe
- Pantalica — die UNESCO-Felsnekropole, ganz in der Nähe. Der naheliegendste Grund, überhaupt in diese Ecke zu fahren.
- Casa Museo dell Apicoltura — das Honigmuseum, im selben Ort. Sortino ist eine Honigstadt.
- Casa-Museo Antonino Uccello in Palazzolo Acreide — das Haus des Volkskundlers, der Puglisi den Fürsten der letzten Pupari nannte.
- Syrakus — und dort das Museo Aretuseo dei Pupi, das die andere Hälfte derselben Geschichte erzählt: Puglisi kaufte 1957 das Material von Ernesto Puzzo — genau jener Familie, deren Ende die Vaccaro dreißig Jahre später überwanden.
Häufige Fragen
Kann ich das Museum spontan besuchen?
Nein. Der Comune schreibt es selbst: Besichtigungen nur nach Terminvereinbarung, unter 333 8921182. Es gibt keine regulären Öffnungszeiten. Wer nach Sortino fährt und annimmt, das Museum sei offen, macht den Fehler schlechthin.
Was kostet der Eintritt?
Das ist nicht bekannt. Der Comune nennt keinen Preis, und keine zulässige Quelle nennt einen — es ist nicht einmal belegt, ob überhaupt Eintritt erhoben wird. Wir nennen deshalb nichts. Frag bei der Terminvereinbarung nach.
Gelten hier die sizilianischen Museumsregeln?
Nein. Es ist ein kommunales Museum: Der Comune di Sortino erwarb die Sammlung 1990. Es ist kein Assessorato-Haus, deshalb gilt weder der kostenlose erste Sonntag noch die Altersstaffel der Regionalnorm. Was gilt, bestimmt die Gemeinde — und sie äußert sich dazu öffentlich nicht.
Ist das die Casa Museo von Sortino?
Nein, und diese Verwechslung ist hier besonders leicht. Die Casa Museo in Sortino ist das Honigmuseum, die Casa Museo dell Apicoltura — ein anderes Haus. Und die Casa-Museo Antonino Uccello liegt in Palazzolo Acreide, also in einem anderen Ort. Das Pupi-Museum heißt offiziell Museo Civico dell Opera dei Pupi — Antica Famiglia Puglisi.
Wer war Don Ignazio Puglisi?
Der Puparo, dessen Nachlass das Museum ist. Geboren 1904 in Ragusa, lernte er beim Vater; mit 27 kam er nach Sortino, wo er neben dem Puparo-Beruf Nudelmacher war — deshalb der Beiname il pastaro. Antonino Uccello nannte ihn den Fürsten der letzten Pupari des Syrakusanischen. Er gab 1982 seine letzte Vorstellung und starb 1986 mit 82 Jahren in Sortino.
Woher stammen die Puppen?
Aus mehreren Werkstätten — Puglisi kaufte sie zusammen. 1957 erwarb er das gesamte Material von Ernesto Puzzo aus Syrakus, weitere Stücke kamen aus Catania, darunter Plakate und mindestens fünfzehn Puppenköpfe, und aus Lentini von Cirino Speranza — unter ihnen Erminio della Stella d Oro, der als schönster Pupo der Sammlung gilt. Bemerkenswert: Puglisi war weder Puppenbauer noch Plakatmaler. Er malte Szenarien und Köpfe, aber gebaut hat er nicht.
Wird gespielt?
Ja, aber in Zyklen. Das Museum hat ein eigenes Teatrino, in dem jährlich die Rassegne der Compagnia Puglisi laufen — heute geführt von Ignazio Manlio, einem Nachfahren Don Ignazios. Ein neuer Zyklus debütierte unter anderem mit dem Stück Damone e Pitia. Termine und Preise veröffentlicht niemand; bitte erfragen.
Werden die Originalpuppen bespielt?
Nein. In den Vorstellungen laufen getreue Kopien, bis zu etwa 1,30 Meter hoch und teils über 30 Kilo schwer. Die Originale bleiben Sammlung. Das ist bei einem Nachlassmuseum die vernünftige Lösung, aber es ist gut, das vorher zu wissen.
Was ist sonst zu sehen?
Über dreißig Pupi, in Szenen aufgestellt, dazu das originale Teatrino Don Ignazio Puglisis, Manuskripte der Spieltexte, die gemalten Werbeplakate, Kleider und Rüstungen sowie Szenografien — begleitet von Musik und Lichtspielen. Vor Ort gibt es einen Kurator für Führungen und eine Puppenbauwerkstatt unter Meister Francesco Salonia, der auch Szenen, Plakate und Kostüme fertigt.
Was lässt sich mit Sortino verbinden?
Vor allem Pantalica, die UNESCO-Felsnekropole, die ganz in der Nähe liegt. Dazu das Honigmuseum im Ort selbst und Palazzolo Acreide mit der Casa-Museo Antonino Uccello. Sortino liegt in den Iblei, im Hinterland von Syrakus — es ist kein Ziel, an dem man zufällig vorbeikommt.
Die Iblei und Pantalica
Sortino, Pantalica, Palazzolo Acreide und Syrakus ergeben einen ruhigen Abschnitt abseits der Küstenrouten — wir bauen ihn ein und buchen die Unterkunft. Stell uns einfach eine unverbindliche Reiseanfrage.
Quellen & Aktualisierung
Trägerschaft (Erwerb der Sammlung durch den Comune di Sortino 1990), offizieller Name, Adresse und der Hinweis auf Besichtigung nur nach Terminvereinbarung nach den Seiten des Comune di Sortino; Angaben zur Familie Puglisi, zur Herkunft der Sammlung, zum Repertoire und zur Werkstatt nach dem Comune und dem Ecomuseo Iblei; Nachweis der Rassegne der Compagnia Puglisi nach einer Mitteilung des Museo Pasqualino; die Maße und Gewichte der Schulen sowie der UNESCO-Status der Opera dei Pupi (2001 proklamiert, 2008 in die Repräsentative Liste) nach der Primärquelle ich.unesco.org und der Typologie des Museo Pasqualino. Stand: 17.07.2026. Ausdrücklich offengelassen, weil nicht belegbar: Eintrittspreis (und ob überhaupt einer erhoben wird), Termine und Preise der Vorstellungszyklen, Parken, Barrierefreiheit, Fotografierregeln und eine Aufenthaltsdauer. Die Hausnummer ist widersprüchlich (Via Resistenza 14, 53, ehemaliges Gefängnis oder ehemaliges Kloster) und wird deshalb nicht genannt. Die Seite des Comune trägt kein Datum; eine zweite Telefonnummer (392 0779920) stammt aus einer Sekundärquelle. Bitte vor dem Besuch beim Comune nachfragen.
