Cretto di Burri (Gibellina): monumentale Land-Art

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Kurz gesagt: Das Cretto di Burri – auch Grande Cretto oder Cretto di Gibellina genannt – ist ein monumentales Land-Art-Werk des italienischen Künstlers Alberto Burri. Es erinnert an das alte Gibellina (Gibellina Vecchia), das 1968 vom schweren Belice-Erdbeben zerstört wurde. Burri ließ den Grundriss der zerstörten Stadt mit weißem Beton überziehen: Große, mannshohe Blöcke bedecken den Schutt der Häuser, während schmale Gänge dem Verlauf der einstigen Gassen folgen. Du gehst also buchstäblich durch den Stadtplan eines Ortes, den es nicht mehr gibt. Mit rund 86.000 m² zählt das Werk zu den größten Land-Art-Arbeiten der Welt – ein stiller, abgelegener Gedenkort, den du praktisch nur mit dem Auto erreichst.

Quick-Facts

  • Art: begehbares Land-Art-Werk & Mahnmal (Alberto Burri)
  • Lage: Alt-Gibellina (Gibellina Vecchia), Provinz Trapani, Belice-Tal
  • Größe: rund 86.000 m²; Betonblöcke etwa mannshoch
  • Eintritt: frei zugänglich, kein Ticket (vor Besuch prüfen)
  • Dauer: ca. 1 Stunde für den Rundgang
  • Ohne Auto: kaum – abgelegen, kein nennenswerter ÖPNV
  • Wichtig: kein Schatten, kein Wasser, feste Schuhe

Geschichte: Erdbeben 1968 & das Werk von Burri

In der Nacht zum 15. Januar 1968 erschütterte ein schweres Erdbeben das Belice-Tal im Westen Siziliens. Mehrere Orte wurden zerstört, Hunderte Menschen starben, Zehntausende verloren ihr Zuhause. Auch Gibellina wurde fast vollständig dem Erdboden gleichgemacht. Statt an gleicher Stelle wieder aufzubauen, entstand einige Kilometer entfernt eine neue Stadt, Gibellina Nuova – das alte Gibellina blieb als Trümmerfeld zurück.

In den 1980er-Jahren wurde die neue Stadt bewusst mit Werken zeitgenössischer Künstler ausgestattet. Alberto Burri, einer der bedeutendsten italienischen Nachkriegskünstler, wählte jedoch einen anderen Weg: Statt eine Skulptur für die neue Stadt zu schaffen, wollte er den Ort der Katastrophe selbst zum Denkmal machen. Er ließ den Schutt der zerstörten Häuser verdichten und mit weißem Beton überziehen, sodass der alte Stadtgrundriss erhalten blieb. Die Arbeiten begannen Mitte der 1980er-Jahre (um 1984/1985), wurden 1989 unterbrochen und erst 2015 – zu Burris 100. Geburtstag – vollendet. So entstand eines der größten Land-Art-Werke der Welt, das zugleich Kunstwerk und Erinnerung an eine ausgelöschte Stadt ist.

Was du siehst

  • Ein weißes Beton-Labyrinth – die Blöcke sind etwa mannshoch, sodass du zwischen ihnen hindurchgehst wie einst durch die Gassen des Dorfes. Die Gänge folgen dem tatsächlichen Verlauf der alten Straßen.
  • Die schiere Dimension – das Werk bedeckt rund 86.000 m² am Hang. Von erhöhten Punkten am Rand erschließt sich der komplette Grundriss der zerstörten Stadt, dessen Blöcke wie versteinerte Häuserzeilen wirken.
  • Die Begehung als Erlebnis – du kannst durch die Gassen laufen und dabei die Stille und Weite des Belice-Tals spüren. Das grelle Weiß des Betons, die Leere und die Abgeschiedenheit machen den Besuch zu einer eindringlichen, fast meditativen Erfahrung.

Das Cretto ist bewusst kein klassisches Sightseeing-Ziel: Es gibt keine Ausstellung, keine Tafeln im herkömmlichen Sinne und keine Souvenirstände – nur das Werk, die Landschaft und das Wissen um das, was hier geschah.

Besuch planen

Das Cretto ist frei zugänglich; du zahlst keinen Eintritt und brauchst kein Ticket. Ob das Gelände wegen Instandhaltung oder Veranstaltungen zeitweise gesperrt ist, lässt sich am besten vorab prüfen. Vor Ort gibt es keine Infrastruktur: kein Café, keinen Kiosk, keine sanitären Anlagen und – entscheidend – keinen Schatten. Nimm ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung mit.

Trag feste Schuhe: Die Betonflächen sind teils uneben, und die Gänge führen leicht bergauf und bergab. Für den Rundgang solltest du rund eine Stunde einplanen – länger, wenn du fotografieren oder einfach verweilen möchtest. Am eindrücklichsten ist das Werk am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne tiefer steht, die Hitze nachlässt und das Licht die weißen Blöcke plastisch zeichnet. Da es sich um einen Gedenkort handelt, ist ein rücksichtsvoller, ruhiger Umgang selbstverständlich.

Anreise

Ein Auto ist praktisch unverzichtbar – das Cretto liegt abgelegen am Hang von Alt-Gibellina, und öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum. Von Palermo erreichst du das Werk in gut einer Stunde über die A29 (Richtung Mazara del Vallo), von Trapani ebenfalls in etwa einer Stunde. Am Fuß des Werks gibt es einen kostenlosen Parkplatz.

Verwechsle das Cretto nicht mit Gibellina Nuova, der modernen, neu erbauten Stadt mit ihren Kunstwerken – sie liegt rund 18–20 km entfernt. Das Cretto steht an der Stelle des alten, zerstörten Ortes. Gut kombinieren lässt sich der Besuch mit Segesta und einer Rundreise durch Westsizilien.

Beste Reisezeit

Weil das Cretto völlig ungeschützt in der Sonne liegt, sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September, Oktober) am angenehmsten: milde Temperaturen und klares Licht. Im Hochsommer wird es auf den weißen Betonflächen sehr heiß – dann lohnt sich der Besuch nur in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Da du ohnehin mit dem Auto anreist, lässt sich das Cretto gut in eine größere Tour einbauen. Mehr zur Region findest du unter Provinz Trapani, praktische Hinweise unter Sizilien mit dem Mietwagen und eine allgemeine Einordnung unter Beste Reisezeit für Sizilien.

Häufige Fragen

Was ist das Cretto di Burri?

Ein monumentales Land-Art-Werk von Alberto Burri, das die Ruinen des 1968 vom Erdbeben zerstörten Alt-Gibellina mit weißem Beton überdeckt. Die Gänge zwischen den Blöcken folgen dem alten Straßengrundriss und sind begehbar.

Woran erinnert das Werk?

An das alte Gibellina (Gibellina Vecchia), das im Januar 1968 vom Belice-Erdbeben fast vollständig zerstört wurde. Burri machte den Ort der Katastrophe selbst zum Denkmal, indem er den Stadtgrundriss in Beton bewahrte.

Kostet der Besuch Eintritt?

Nach touristischen Quellen ist das Cretto frei zugänglich und ohne Ticket zu betreten. Vor dem Besuch solltest du prüfen, ob das Gelände wegen Instandhaltung oder Veranstaltungen gesperrt ist.

Wie kommt man zum Cretto di Burri?

Am besten mit dem Auto: rund eine Stunde von Palermo oder Trapani über die A29. Öffentliche Verkehrsmittel sind kaum vorhanden. Am Fuß des Werks gibt es einen kostenlosen Parkplatz.

Wie viel Zeit sollte man einplanen und wann kommen?

Etwa eine Stunde für den Rundgang. Am angenehmsten ist der frühe Morgen oder der späte Nachmittag, weil es keinen Schatten gibt – im Frühjahr und Herbst ist es am erträglichsten.

Ist das Cretto dasselbe wie Gibellina Nuova?

Nein. Das Cretto steht an der Stelle des zerstörten alten Gibellina. Gibellina Nuova ist die rund 18–20 km entfernte, neu erbaute Stadt mit eigenen Kunstwerken.

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Quellen & Aktualisierung

Basis: redaktionelle Ortskenntnis sowie allgemein zugängliche Informationen zu Alberto Burris Grande Cretto und zum Belice-Erdbeben von 1968. Freie Zugänglichkeit, Sperrungen und Anreise sind zeitabhängig und vor dem Besuch zu prüfen; vor Ort gibt es keine Infrastruktur (Wasser und Sonnenschutz mitbringen). Stand: 13.07.2026.