Kurz gesagt: Der Parco Archeologico della Neapolis in Syrakus bündelt die wichtigsten antiken Monumente der Stadt auf einem Areal: das gewaltige, in den Fels gehauene Griechische Theater, die Grotte Ohr des Dionysios (Orecchio di Dionisio) in den Steinbrüchen (Latomien), das römische Amphitheater und den monumentalen Altar Hierons II. Zusammen mit Ortigia gehört das antike Syrakus zum UNESCO-Welterbe „Syrakus und die Felsnekropole von Pantalica“. Plane rund 1,5 bis 3 Stunden; die Anlage ist weitläufig und schattenarm – im Sommer kommst du am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag. Im Frühsommer ist der untere Teil des Theaters wegen der klassischen Aufführungen (INDA) eingeschränkt zugänglich.
Quick-Facts
- Status: Teil des UNESCO-Welterbes „Syrakus und die Felsnekropole von Pantalica“ (seit 2005)
- Lage: Syrakus, Stadtteil Neapolis, oberhalb der Altstadtinsel Ortigia
- Eintritt: 14 € regulär, 7 € ermäßigt (EU-Bürger 18–25); unter 18 frei; 1. Sonntag im Monat frei
- Öffnung: täglich ab 8:30 Uhr; Zeiten saisonal – vorab prüfen
- Dauer: ca. 1,5–3 Stunden
- Highlights: Griechisches Theater, Ohr des Dionysios, römisches Amphitheater, Altar Hierons II., Latomien
- Mitnehmen: Wasser, Sonnenschutz, Kopfbedeckung, feste Schuhe – kaum Schatten
Geschichte: Neapolis, das „neue Viertel“ von Syrakus
Syrakus wurde 734/733 v. Chr. von korinthischen Siedlern gegründet und wuchs zur mächtigsten griechischen Stadt Siziliens heran – der Philosoph Cicero nannte sie später „die größte und schönste aller griechischen Städte“. Die antike Metropole gliederte sich in mehrere Stadtteile; einer davon war Neapolis, die „neue Stadt“. Hier, am Fuß des Temenites-Hügels, entstanden die großen öffentlichen Bauten, deren Überreste heute den Archäologiepark bilden.
Das Griechische Theater geht auf das 5. Jahrhundert v. Chr. zurück und wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. unter dem Tyrannen Hieron II. in seine monumentale Form gebracht. Die Latomien – riesige Steinbrüche – lieferten das Baumaterial der Stadt und dienten zugleich als Gefängnis: Nach der gescheiterten athenischen Belagerung 413 v. Chr. sollen tausende gefangene Athener in diesen Steinbrüchen unter erbärmlichen Bedingungen festgehalten worden sein. In der römischen Kaiserzeit kam das Amphitheater für Gladiatoren- und Tierkämpfe hinzu. Über Jahrhunderte diente das Areal zudem als Steinbruch für Baumaterial – vieles, was heute fehlt, wurde im Mittelalter und in der Neuzeit abgetragen und andernorts verbaut. Seit 2005 steht das antike Syrakus gemeinsam mit der Felsnekropole von Pantalica auf der UNESCO-Welterbeliste.
Was du siehst
- Griechisches Theater – eines der größten Theater der antiken Welt, direkt in den Fels des Temenites-Hügels gehauen. Die halbrunden Zuschauerränge (Cavea) fassten in ihrer Blütezeit vermutlich 12.000 bis 15.000 Menschen. Von der oberen Terrasse hast du einen weiten Blick über die Bucht von Syrakus. Im Frühsommer ist der untere Bereich für die klassischen Aufführungen mit Holztribünen überbaut.
- Ohr des Dionysios (Orecchio di Dionisio) – die berühmteste Grotte der Latomia del Paradiso: eine rund 23 Meter hohe, ohrförmige Felshöhle mit außergewöhnlicher Akustik. Den Namen soll ihr der Maler Caravaggio 1608 gegeben haben. Der Legende nach nutzte der Tyrann Dionysios die Höhle, um Gefangene zu belauschen.
- Latomien – die ehemaligen Steinbrüche sind heute grüne, teils schattige Gärten mit Zitrus-, Palmen- und Feigenbäumen. In der Latomia del Paradiso liegen neben dem Ohr des Dionysios auch die Grotta dei Cordari, die „Höhle der Seiler“, wo über Jahrhunderte Seile gedreht wurden.
- Römisches Amphitheater – aus der Kaiserzeit, einst eines der größten Italiens, heute nur teilweise erhalten. Gut sichtbar sind die Arena und die untere Cavea; darunter verlief ein Zugangstunnel.
- Altar Hierons II. (Ara di Ierone II.) – der größte Steinaltar der antiken Welt, fast 200 Meter lang. Er war Zeus Eleutherios geweiht; an Festtagen sollen hier bis zu 450 Stiere geopfert worden sein. Erhalten ist heute vor allem die gewaltige, in den Fels gearbeitete Basis.
Tickets & Öffnungszeiten
Der Archäologiepark ist kostenpflichtig. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt, die Ermäßigung (50 %) gilt für EU-Bürger zwischen 18 und 25 Jahren gegen Ausweis. Am ersten Sonntag jedes Monats ist der Eintritt für alle frei. Bezahlt wird an den Kassen am Eingang (Via Romagnoli); online geht es über den offiziellen Vertrieb.
| Ticket | Regulär | Ermäßigt |
|---|---|---|
| Archäologiepark Neapolis | 14 € | 7 € |
| Kombi: Neapolis + Archäologiemuseum „Paolo Orsi“ | 22 € | 12,50 € |
| Unter 18 Jahren | frei | |
| 1. Sonntag im Monat | frei für alle | |
Geöffnet ist täglich ab 8:30 Uhr; in der Hauptsaison endet der Rundgang am Abend (zuletzt gegen 19:40 Uhr, Kassenschluss rund eine Stunde vorher). Da der Park die Öffnungszeiten monatlich neu festlegt und sie im Winter deutlich kürzer sind, prüfe sie vor dem Besuch auf der offiziellen Park-Seite. Der Kombipreis mit dem Museum „Paolo Orsi“ kann je nach Sonderausstellung variieren – im Zweifel an der Kasse oder online nachsehen. Ein Kombiticket mit dem Archäologiemuseum „Paolo Orsi“ lohnt sich, wenn du die bedeutenden Funde aus der Region im Zusammenhang sehen willst.
Besuch planen
Der Park ist weitläufig und überwiegend offen – im Hochsommer mittags sehr heiß. Der Rundgang beginnt am Eingang an der Via Romagnoli; von dort führt der Weg zunächst zum römischen Amphitheater und zum Altar Hierons II., danach hinauf zum Griechischen Theater und in die schattigen Latomien mit dem Ohr des Dionysios. Für den reinen Rundgang reichen etwa 1,5 Stunden; mit Pausen, Fotostopps und Zeit in den Latomien werden zwei bis drei Stunden daraus. Nimm ausreichend Wasser, Sonnenschutz und feste Schuhe mit – die Wege sind teils uneben und schattenarm.
Im Frühsommer finden im Griechischen Theater die klassischen Aufführungen des INDA statt; dann ist der untere Teil des Theaters mit Holztribünen überbaut und nur eingeschränkt zu sehen. Wer den Besuch mit einer Führung plant, versteht die Zusammenhänge zwischen Theater, Steinbrüchen und Stadtgeschichte deutlich besser. Sehr gut kombinieren lässt sich der Vormittag im Park mit einem Nachmittag und Abend auf der Altstadtinsel Ortigia – das ist ein klassischer Syrakus-Tag. Wer mehr Zeit hat, ergänzt den Dom von Syrakus auf Ortigia, der einen antiken Athena-Tempel umschließt.
Anreise
Der Archäologiepark liegt am nördlichen Stadtrand von Syrakus, gut erreichbar von Ortigia. Zu Fuß sind es vom Zentrum entlang des Corso Gelone rund 2 bis 3 Kilometer; alternativ fährt ein Stadtbus (Haltestelle nahe dem Krankenhaus Umberto I). Mit dem Auto kommst du über die SS 124 und den Viale Augusto direkt zum Haupteingang. Kostenlose Stellplätze gibt es am Viale Augusto, blaue (gebührenpflichtige) Parkplätze entlang der Via Ettore Romagnoli sowie einen privaten Parkplatz am hinteren Eingang (Via Agnello) – in der Hauptsaison ist ein freier Platz allerdings schwer zu finden. Der nächste Bahnhof ist Siracusa, von Catania in gut einer Stunde erreichbar. Mehr dazu unter Syrakus und Sizilien mit dem Mietwagen.
Beste Reisezeit
Am angenehmsten sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September, Oktober): milde Temperaturen auf dem weitgehend schattenlosen Areal. Im Frühjahr ist der Park allerdings oft voller Schulgruppen, und der untere Teil des Theaters ist wegen der klassischen Aufführungen überbaut. Im Hochsommer klettert das Thermometer regelmäßig über 35 Grad – dann lohnt der frühe Morgen gleich nach Öffnung oder der späte Nachmittag. Eine allgemeine Einordnung findest du unter Beste Reisezeit für Sizilien.
Neapolis im Video
Die folgenden Videos externer YouTube-Kanäle vermitteln einen Eindruck vom Archäologiepark Neapolis – vom Griechischen Theater bis zum Ohr des Dionysios. Sie geben erste Impressionen und ersetzen keine eigene Recherche vor der Reise.
Häufige Fragen
Was kostet der Eintritt in den Archäologiepark Neapolis?
Der reguläre Eintritt kostet 14 €, ermäßigt 7 € (EU-Bürger 18–25 gegen Ausweis). Unter 18 ist der Eintritt frei, und am ersten Sonntag jedes Monats ist er für alle kostenlos.
Wie sind die Öffnungszeiten?
Geöffnet ist täglich ab 8:30 Uhr. In der Hauptsaison endet der Rundgang am Abend (zuletzt gegen 19:40 Uhr, Kassenschluss rund eine Stunde vorher). Der Park legt die Zeiten monatlich neu fest und öffnet im Winter deutlich kürzer – vorab prüfen.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für den Rundgang reichen etwa 1,5 Stunden; mit Pausen und Zeit in den Latomien werden zwei bis drei Stunden daraus.
Was ist das Ohr des Dionysios?
Eine rund 23 Meter hohe, ohrförmige Grotte in den Latomien mit außergewöhnlicher Akustik – eines der Wahrzeichen von Syrakus. Den Namen soll ihr der Maler Caravaggio 1608 gegeben haben.
Finden im Griechischen Theater noch Aufführungen statt?
Ja. Seit 1914 führt das INDA im Frühsommer klassische griechische Tragödien im Theater auf. In dieser Zeit (etwa April bis Juli) ist der untere Teil des Theaters mit Holztribünen überbaut und nur eingeschränkt zu besichtigen – den Aufführungskalender vorab prüfen.
Kann man Neapolis und Ortigia an einem Tag sehen?
Ja. Vormittags der Archäologiepark, nachmittags und abends Ortigia – das ist ein klassischer Syrakus-Tag.
Wann ist die beste Zeit für den Besuch?
Früh am Morgen oder am späten Nachmittag, weil der Park groß und schattenarm ist. Saisonal sind Frühjahr und Herbst am angenehmsten.
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Basis: redaktionelle Ortskenntnis sowie die offiziellen Angaben des Parco Archeologico e Paesaggistico di Siracusa, Eloro, Villa del Tellaro e Akrai (Regione Siciliana) zu Preisen und Öffnungszeiten. UNESCO-Welterbe „Syrakus und die Felsnekropole von Pantalica“. Stand: 12.07.2026. Eintrittspreise, Öffnungszeiten und Aufführungstermine sind zeitabhängig und vor dem Besuch zu prüfen.
