Ätna aktuell: Aschewolke und Luftfahrt-Warnstufe Rot – die Eruption Anfang Juli 2026

Stand: 5. Juli 2026. Der Ätna, Europas größter aktiver Vulkan, zeigt seit Ende Juni wieder deutliche Aktivität – und hat sich am heutigen Vormittag spürbar verstärkt. Aus einem Schlot am Voragine-Krater stieg eine Aschewolke rund 1,5 Kilometer über den Gipfel auf; die zuständige Fachbehörde hob die Warnstufe für den Flugverkehr auf die höchste Stufe an. Auf Catania fiel Asche, die Ankünfte am Flughafen wurden vorübergehend eingeschränkt. Für bewohnte Orte besteht nach Angaben der zuständigen Stellen weiterhin keine Gefahr. Dieser Beitrag ordnet die Ereignisse der letzten Tage ein und erklärt, was das für Reisende bedeutet.

Was am Ätna in den letzten Tagen passiert ist

Die aktuelle Phase begann am 26. Juni 2026: Aus einer Spalte im Gipfelbereich auf rund 3.030 Metern trat ein Lavastrom aus, der langsam in Richtung der weitläufigen, unbewohnten Valle del Bove floss. Die Aktivität war von Beginn an nur schwach gespeist. In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli bildete sich ein zweiter, kleiner Lavastrom, der nach gut hundert Metern zum Stillstand kam. Im Lauf des 4. Juli versiegte die effusive Tätigkeit an diesem Schlot schließlich ganz.

Parallel dazu hielt die strombolianische Aktivität am Voragine-Krater an – jenem Schlot, der derzeit den höchsten Punkt des Ätna bildet. Am Morgen des 5. Juli begann gegen 7:45 Uhr Ortszeit eine neue Phase mit kräftiger Ascheemission aus einem Schlot an der oberen Ostflanke der Voragine. Innerhalb einer Stunde intensivierte sie sich deutlich und erzeugte eine Eruptionswolke von etwa 1,5 Kilometern Höhe über dem Gipfel, die nach Süden bis Süd-Südost zog. Der vulkanische Tremor – ein Maß für die Vorgänge im Inneren des Bergs – bewegt sich seit Tagen auf hohem Niveau und nahm zuletzt weiter zu.

Aschewolke und Luftfahrt-Warnstufe Rot

Wegen der Aschewolke hob die zuständige Fachbehörde am Vormittag des 5. Juli die Warnstufe für die Luftfahrt (den international einheitlichen VONA-Code) von Orange auf Rot an – die höchste Stufe. Sie greift, wenn eine laufende Eruption durch Vulkanasche in der Atmosphäre den Flugverkehr beeinträchtigen kann. In der Folge fiel im Raum Catania Asche, und die Ankünfte am Flughafen Catania-Fontanarossa wurden zeitweise eingeschränkt. Je nach Windrichtung und Aschemenge sind kurzfristig Verspätungen, Umleitungen oder gestrichene Flüge möglich.

Wichtig zur Einordnung: Die Luftfahrt-Warnstufe betrifft ausschließlich die Sicherheit des Flugverkehrs und ist nicht mit einer Gefahrenwarnung für die Bevölkerung gleichzusetzen. Wer in diesen Tagen von oder nach Catania fliegt, sollte den Flugstatus vor der Fahrt zum Flughafen bei der Airline prüfen. Welche Flüge am 5. Juli bereits umgeleitet oder gestrichen wurden und welche Rechte Fluggäste haben, steht im Beitrag Ätna-Asche legt Flüge lahm: der Flughafen Catania. Unabhängig vom Vulkan war für den heutigen Sonntag zudem ein landesweiter Streik im Luftverkehr zwischen 14 und 18 Uhr angekündigt; auch dadurch kann es zu Änderungen kommen.

Besteht Gefahr für Urlauber?

Nach Angaben der zuständigen Stellen besteht für bewohnte Orte keine Gefahr. Die Lavaströme der vergangenen Tage blieben im unbewohnten Gipfelbereich, und bei den Bodenverformungen wurden keine bedeutenden Veränderungen gemessen. Der Zivilschutz hatte die Vulkan-Warnstufe bereits Ende Juni von Grün auf Gelb angehoben – eine operative Stufe, die eine aufmerksame Beobachtung, aber keine akute Bedrohung für Ortschaften bedeutet. Eine eigene Gefahrenprognose geben wir bewusst nicht ab: Maßgeblich ist allein der offizielle Lagestand der Fachbehörden und des Zivilschutzes, der laufend aktualisiert wird.

Was bedeutet das für einen Ätna-Besuch?

Der untere Bereich des Vulkans – bis zum Rifugio Sapienza auf der Südseite und mit der Seilbahn ein Stück höher – ist in der Regel weiterhin zugänglich. Die Gipfelregion mit den aktiven Kratern unterliegt dagegen Zugangsbeschränkungen, die sich bei erhöhter Aktivität kurzfristig ändern können und nur mit autorisierten Bergführern betreten werden darf. Ob und bis zu welcher Höhe Touren stattfinden, entscheidet sich tagesaktuell nach Vulkanaktivität, Wetter und behördlichen Vorgaben. Wer eine Tour plant, sollte sich an die Anweisungen der Bergführer und Behörden halten und den Zugang kurz vorher prüfen. Alle Details zu Zonen, Seilbahn, Touren und Sicherheit stehen auf unserer Seite Ätna besuchen.

Aus sicherer Entfernung lässt sich das nächtliche Schauspiel gut von der Ostflanke des Bergs beobachten – etwa aus den Orten Zafferana Etnea, Milo, Sant’Alfio oder Giarre. Als Ausgangsbasis für den Vulkan eignen sich vor allem Catania und die Ätna-Dörfer wie Nicolosi (Tor zum Etna Sud). Im Hochsommer gilt zusätzlich: früh starten, ausreichend Wasser mitnehmen und die Gefahr rasch aufziehender Nachmittagsgewitter im Gipfelbereich beachten.

VorhabenAktuell möglich?Worauf achten
Unterer Ätna / Rifugio Sapienzameist jaSeilbahn- und Wegebetrieb tagesaktuell prüfen
Gipfelkrater-Tournur eingeschränktnur mit autorisiertem Bergführer; Zugang je nach Aktivität
Eruption aus der Ferne ansehenjaOstflanke (Zafferana, Milo, Sant’Alfio, Giarre)
Flug ab/an Cataniamit EinschränkungFlugstatus prüfen; Asche + Streik am 5. Juli

Die Eruption im Video

Die folgenden Videos externer YouTube-Kanäle geben einen Eindruck von der aktuellen Aktivität – von einer Live-Webcam am Gipfel über Drohnenaufnahmen der Lavaströme bis zu einer kurzen Nachrichtenaufnahme. Sie sollen die Lage veranschaulichen und ersetzen keine tagesaktuelle Prüfung des offiziellen Lagestands.

Häufige Fragen

Kann man den Ätna derzeit besuchen?

Der untere Ätna ist in der Regel zugänglich. Der Gipfelbereich mit den aktiven Kratern unterliegt Zugangsbeschränkungen und darf nur mit autorisierten Bergführern betreten werden; ob Touren bis in Gipfelnähe stattfinden, hängt tagesaktuell von Vulkanaktivität, Wetter und Behörden ab. Vor einer Tour den offiziellen Lagestand prüfen.

Sind Flüge nach Catania betroffen?

Am 5. Juli fiel im Raum Catania Asche, und die Ankünfte am Flughafen wurden zeitweise eingeschränkt. Je nach Wind und Aschemenge sind Verspätungen, Umleitungen oder Ausfälle möglich. Zusätzlich war für diesen Tag ein Luftverkehrsstreik zwischen 14 und 18 Uhr angekündigt. Den Flugstatus am besten direkt bei der Airline prüfen.

Ist die Eruption gefährlich für Urlauber in Ortschaften?

Nach Angaben der zuständigen Stellen besteht für bewohnte Orte keine Gefahr. Die Aktivität konzentriert sich auf den unbewohnten Gipfelbereich. Die höchste Warnstufe betrifft ausschließlich den Flugverkehr, nicht die Bevölkerung.

Wo kann man die Eruption sehen?

Gute Beobachtungspunkte aus der Ferne liegen an der Ostflanke des Ätna, etwa bei Zafferana Etnea, Milo, Sant’Alfio und Giarre. Für ein nächtliches Leuchten braucht es klare Sicht; im Gipfelbereich selbst gelten die Zugangsbeschränkungen.

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Stand: 5. Juli 2026. Angaben zu Vulkanaktivität, Flugverkehr und Zugang sind zeitabhängig und können sich kurzfristig ändern. Maßgeblich ist der offizielle Lagestand der zuständigen Fachbehörden (INGV Osservatorio Etneo) und des Zivilschutzes (Protezione Civile Sicilia); diese bitte vor Reise oder Tour erneut prüfen.